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Die Geschichte mit der Einsamkeit

Mein Leben ist anders...

Ich habe eine glückliche Beziehung, Freund und Familie. Ich habe keine Kinder, ich fühle mich dazu nicht bereit und auch zu jung... Ich bezweifle dass ich jemals so weit sein werde. Und dennoch beschäftigt mich was, ich bin einsam. Aber diese Einsamkeit kann auch kein Kind füllen. Mein Beruf ist toll, ich kann mich immer weiterbilden, verdiene gut und kann sogar zuhause arbeiten. Doch leider macht das tägliche Homeoffice seit fast 6 Jahren noch einsamer. Manchmal habe ich das Gefühl dass ich mit Menschen nicht mehr zurecht komme, vorallem wenn es mehrere sind. Wann ist das nur passiert?

 

Mir fehlt doch tatsächlich die Schulzeit. Auch wenn ich die meiste Zeit davon wegen meines Gewichts belächelt wurde. ABER ich hatte einen festen Tagesablauf und konnte meine Freunde fast täglich sehen. Das fehlt mir.
Ich bin aber beziehungsfähig, aber ich freundschaftsfähig?

Interpretiere ich zu viel in eine Bekanntschaft hinein, oder haben sich Freundschaften über die letzten Jahre geändert?

Wie war das mit zu viel Zeit zum Nachdenken?

 

Und ja, ich glaube, die hab ich. Egal wie viele Aufgaben ich mir täglich zusätzlich aufzwinge, lande abends im Bett mit dem Gedanken, dass ich wieder mal einen Tag fast alleine verbracht habe. Wäre ich nicht in einer Beziehung, wer würde mal vorbeikommen? Für einen Film, ein Glas Wein oder einfach eine Shoppingtour? Ich glaube, ich wäre alleine.
Woher ich das weiß? Da es bereits jetzt schon so ist. Wenn mein Freund mal für ein paar Tage oder Wochen unterwegs ist, bin ich alleine in unserer Wohnung.
Allein. Einsam. Traurig.

 

Natürlich bin ich in dieser Zeit gut beschäftigt, irgendwas muss ich tun, egal ob Küche oder den Kleiderschrank ausmisten, das Bad penibelst putzen oder bügeln... Ich bügle nie, außer ich brauche eine Aufgabe.

Sobald ich danach erschöpft auf der Couch sitze mit einem Cosmopolitan oder einem Glas Wein, läuft meistens Sex and the City, und ich träume von diesen schönen Freundschaften. Das das ne Serie ist, weiß ich ;) aber trotzdem ...)

Dann frage ich mich, warum kann ich das nicht haben?

Antwort: Weil du nicht in einer Serie lebst!?

Viele von euch fragen sich jetzt wahrscheinlich, die hat doch Arbeitskollegen? Ja natürlich und ganz fantastische sogar. Aber leider in München. Schon wieder eine Entfernung von 200 Kilometern, genau wie bei meiner Familie. Kann man nicht endlich mal das beamen erfinden?? Ich glaube dann wäre es halb so schlimm, wie jetzt.

Aber die Einsamkeit macht mich auch verletzlicher. Jeder kleine Stich hinterlässt bei mir Narben, Narben die man nicht sehen kann. Sie sehen aus wie Sommersprossen, so viele kleine Narben sind an meinem Körper. Mit jeder neuen Narbe ziehe ich mich weiter zurück. Ich dachte ich wäre schon vorsichtiger geworden, dass ich mein Vertrauen nicht mehr verschenke, doch oft bin ich zu leichtsinnig.

 

Wie wird Freundschaft definiert?

Wann ist man ein guter Freund und wann ein schlechter? Reicht es, sich ein paar Mal zu sehen oder einfach öfter mal reinzuschneien? Ich habe Freundschaften, gute Freundschaften, aber leider auf Distanz. Wenn es mir so geht wie heute, könnte ich mit niemanden darüber reden, zumindest von Angesicht zu Angesicht. Muss ich mich damit abfinden. Oder brauche ich tatsächlich noch Apps um Freunde zu finden? Heutzutage gibts ja für alles eine App. Und dann findet man wieder nur Freunde, die wieder kilometerweit entfernt sind.

Muss ich jetzt etwa umziehen?
Fragen über Fragen, Gedanken über Gedanken.

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